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MEINE KRANKHEIT

Meine KHK und die zwei Herzinfarkte


Wenn man 40 Jahre jung ist, soll man sich auf Herz und Niere untersuchen lassen. Das tat ich auch mit einer sehr beruhigenden Diagnose – alles ist in beste Ordnung: das Herz die Lunge und die restlichen inneren Organe arbeiten 1A. Mein Cholesterinspiegel war leicht erhöht aber der Arzt meinte es sei nicht so schlimm und mir fehlte ja auch nichts.Ende Juni 2006 spürte ich einen Druck und brennenden Schmerz hinter meinem Brustbein. Zu dem Zeitpunkt wollte ich mir nicht eingestehen, dass diese Symptome vom Herzen kommen könnten.
In der Arbeit lief es auch nicht besonders gut, deshalb wollte ich nicht sofort einen Arzt aufsuchen. Mein Verhalten sollte sich jedoch als ein großer Fehler entpuppen.
Eine Woche vor meinem Urlaub (Tickets nach Ibiza waren schon da) wollte ich mich aufgrund meiner Arbeit nicht krankmelden. Jeder weiß ja wie der Chef das sieht und dazu steht. In der heutigen Zeit ist ein Arbeitsplatz Gold wert.So richtig hat es mich in der Nacht vom 30 Juni 2006 schlagartig erwischt.
Es war kurz vor 3 Uhr, ein höllischer Schmerz riss mich aus dem Schlaf. Solch ein Schmerz hatte ich zuvor noch nie in meiner Brust gespürt. Ich rang nach Luft, der kalte Schweiß überwältigte meinen Körper und ich hatte keinerlei Kontrolle über mich selbst. Meine Frau und Tochter, haben mich noch auf die Toilette geschleppt – alleine hätte ich keinen Schritt geschafft.
ch wusste sofort, dass es sich um einen Herzinfarkt handelte.Meine Tochter rief sofort den Notarzt und hat meine Beschwerden geschildert und mitgeteilt, dass es sich um einen Herzinfarkt handele. Die Feuerwehr und die Ärztin kamen sehr rasch zu meinem Glück. Ich wurde mit verschiedenen Medikamenten behandelt und so schnell es ging transportfähig gemacht. Mit Blaulicht und Sirene ging es für mich weiter von Bad Lippspringe bis nach Bielefeld (60 km) – auf dem Weg dachte ich, dass ich sterben muss.
Im Krankenhaus wurde sofort ein Herzkatheter eingesetzt um die verschlossene Ader mittels Ballondilation und dreier Stents eröffnet. Die Diagnose lautete koronare 3-Gefäss-Erkrankung und akuter Hinterwandinfarkt! Zuerst Intensivstation und später Krankenhausaufenthalt haben mich 2 Wochen gekostet. Im Anschluss musste ich für drei Wochen in Reha. Meinem Hausarzt war der Ernst der Lage bewusst und er ließ mich vorerst nicht mehr arbeiten. Die Ärzte rieten mir, meine Tätigkeit im Akkordbereich aufzugeben.
Ich war fest entschlossen mich neu zu orientieren und habe mich mit meinem Rentenversicherungsträger (Bundesknappschaft) in Verbindung gesetzt. Was aus dieser Geschichte geworden ist – erzähle ich hier – meine Rente.

Nach dieser Diagnose wollte ich nicht aufgeben. Auf Anraten der Ärzte änderte ich meinen Lebensstiel drastisch. Ich gab das Rauchen auf, begann eine cholesterinarme Diät und fing an meinen Körper mit leichtem Herztraining (Ergometer gekauft) wieder auf Vordermann zu bringen. Die Unmengen von Medikamenten (Betablocker, Blutdrucksenker, Statine, zur Blutverdünnung etc.) die mir verschrieben wurden, schluckte ich fleißig.
Mit der Zeit begann ich, zu Kräften zu kommen. Trotz meiner Schmerzen in der Brust, die mich öfters ereilten, begann ich mir große Hoffnungen zu machen. Am 6 November 2007 suchte ich auf drängen der AOK einen Kardiologen auf. Nachdem der Kardiologe die Unteralgen vom Krankenhaus studiert hatte, fragte er mich ob mir bewusst sei, welch schwere Krankheit ich habe. Noch am selben Tag untersuchte er mich und stellte nichts Beunruhigendes fest.

Kaum hatte ich mich hochgerappelt, kam der zweite Herzinfarkt. Diesmal erwischte es mich im Auto während der Fahrt auf der Straße in Paderborn.
Morgens um halb 10 überkamen mich die bekannten Schmerzen und Schweißausbrüche.
Ich danke Gott, dass ich keinen Unfall verursacht habe. Voller Schmerzen und mit letzter Kraft lenkte ich das Auto auf den Parkplatz von ATU. Es gelang mir, mein Handy aus der Jacke zu holen und die 112 anzurufen.
Die Hilfe war sofort da, diesmal brachten sie mich ins Paderborner St. Vinzenc-Krankenhaus. Ich konnte kaum sprechen und atmen, mein ganzer Körper war durch ein fürchterliches Zittern paralysiert.
Schon wieder Herzkatheter, Ballondilation und hinzu kam die Frage „was machen Sie denn?“

Ihr lest richtig zwei Herzinfarkte innerhalb von fünf Monaten.
Wieder hielten sie mich zwei Wochen im Krankenhaus fest und schickten mich anschließend zur Rehabilitation. Erst an Weihnachten war ich endlich wieder zu Hause. Nicht für lange denn am zweiten Weihnachtstag bekam ich Herzrasen, mein Puls schoss ohne nichts auf 130- wieder Krankenhaus und Herzkatheter –man hatte ich die Schnauze voll.
Nach dem zweiten Herzinfarkt, lies mich die AOK wenigstens in Ruhe und riet mir mitunter einen Rentenantrag zu stellen. Ich entschied mich, diesen Anfang März einzureichen.
Anfang August besuchte ich das Herzzentrum zur Herzkatheteruntersuchung in Bad Oeynhausen. Dort sagte mir ein Arzt, dass ich mich schonen soll. Er riet mir eine Diät zu machen und auf mein Gewicht (bin 177cm und 75 kg) zu achten. Um mich fit zu halten, solle ich drei bis vier Mal in der Woche Sport treiben wie etwa: Walking (kein Marathon), Radfahren (nicht rennen) oder schwimmen (keine Staffel). Sauna, Tennis, Kegeln, Tauchen und solche Sachen sind für mich tabu.

Hier geht es weiter - meine Rente.




 

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